„Der lange Weg des Anas Albakour“ – Unsere beliebte Serie MEDIGREIF International

Wenn Anas Albakour heute über das Gelände der MEDIGREIF läuft, seine Werkzeuge sortiert oder mit ruhiger Hand ein Schild montiert, wirkt er wie jemand, der angekommen ist. Doch hinter ihm liegt ein Weg, der kaum weiter hätte sein können, sowohl geografisch als auch persönlich.

Aufgewachsen ist Anas in Syrien, in einer Nachbarschaft, in der jeder jeden kannte und man sich selbstverständlich gegenseitig half. Als Kind stand er oft am Rand der Felder und winkte den Armeeflugzeugen zu, die bei Showflügen ihre Bahnen zogen. Damals träumte er von einer friedlichen, offenen Zukunft. Doch mit dem Krieg zerbrach vieles. 2013 musste Anas seine Heimat verlassen, schweren Herzens, ohne zu wissen, wohin der Weg führen würde. Zunächst ging es in die Türkei, wo er zwei Jahre verbrachte und versuchte, Fuß zu fassen. Doch die Hoffnung auf ein sicheres, stabiles Leben führte ihn weiter. Mit einem Luftkissenboot gelangte er nach Griechenland. Von dort aus trat er eine lange, anstrengende Reise nach Deutschland an. Davon sogar einen großen Teil zu Fuß. Wuppertal wurde schließlich sein erstes Ziel, empfohlen von einem Cousin, der wusste, dass die Behörden dort schneller arbeiteten. Nach der Ankunft ging es für Anas in eine Flüchtlingsunterkunft in der Gemeinde Horst, später nach Lüssow bei Güstrow. Sechs Monate lebte er dort, bevor Freunde ihm von einer offenen Stelle als Küchenkraft im Parkbistro der MEDIGREIF erzählten. Anas bewarb sich und bekam die Chance, sein neues Leben zu beginnen. Greifswald wurde sein Lebensmittelpunkt.

Mit seinem Hintergrund als studierter Klimaanlagentechniker erwies sich Anas schnell als vielseitiges Allroundtalent. Als im Team der Haustechnik eine Stelle frei wurde, wechselte er intern und ist nun schon seit zwei Jahren und sechs Monaten bei MEDIGREIF. Gerade in den schwierigen Zeiten der Pandemie war die Arbeitssuche für ihn fast aussichtslos gewesen. Umso dankbarer ist er heute, einen Ort gefunden zu haben, an dem er gebraucht wird und an dem er sich wohlfühlt.

Doch nicht nur beruflich hat sich für Anas viel verändert. Seit 2016 lebt er in Deutschland. Inzwischen ist seine Familie vollständig: Seine Frau konnte später aus Syrien nachkommen. Heute haben sie gemeinsam drei Kinder, fünf Jahre, zwei Jahre und das Jüngste ist drei Monate alt. Eine glückliche Familie, auf die Anas mit leuchtenden Augen blickt.

Seine Kollegen schätzen besonders seine offene, herzliche Art. An seinem Geburtstag brachte er das Team mit einer syrischen Spezialität zusammen: Kibbeh, würzige Klöße aus Bulgur, Hackfleisch und Zwiebeln. „Essen verbindet“, sagt Anas und schafft damit Momente, die Brücken zwischen Kulturen bauen. Was er an Syrien vermisst? Das enge Sozialleben in der Nachbarschaft. Was ihn in Deutschland beeindruckt? Die Pünktlichkeit und wie sorgfältig hier gearbeitet wird, selbst beim Anbau einer einfachen Steckdose. Sein schönstes Erlebnis bei MEDIGREIF war das große gemeinsame Weihnachtsessen: eine Erfahrung, die es in Syrien so nicht gibt und die für ihn ein Zeichen echter Gemeinschaft war. Und während Anas Weihnachten mitfeiert, bleibt eines für ihn besonders wichtig: Das Zuckerfest, eines der größten Feste in der syrischen Kultur. Auch hier in Deutschland zelebriert er es gerne – mit seiner Familie, seinen Freunden und einem Leben, das sich inzwischen angekommen anfühlt.

„Während des Interviews mit Anas in unserer Abteilung, ging der Wasseranschluss in der Küche kaputt. Ein Glück war er genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, holte das nötige Werkzeug und konnte den Fehler beheben – ein verrückter und auch schöner Zufall.“

Sebastian Nommensen, Marketingleitung MEDIGREIF

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