Win-win-Situation für unsere Patienten und den Tierhof
Seit Jahren ist diese Zusammenarbeit eine win-win-Situation. Hier die MEDIGREIF Fachklinik für Mutter und Kind im „Haus Gothensee“, dort der Tierhof Labömitz auf der Insel Usedom. Die Abteilung Psychosomatik besucht mit ihren Kindern und Jugendlichen unter pädagogischer Begleitung seit mehr als 10 Jahren zweimal wöchentlich den Tierhof mit seinen Ponys, Eseln, Schweinen, Hunden, Katzen, Gänsen und Hühnern. Der Bereich Psychosomatik mit Begleitperson, der Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren und ihre Begleitpersonen betreut, fahren immer am Dienstag mit einem Pädagogen in der Zeit von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr mit unseren hauseigenen Fahrzeugen auf die Anlage. Der Bereich Psychosomatik ohne Begleitperson (Kinder und Jugendliche im Alter von 11- 21 Jahren) ist stets am Donnerstag zur gleichen Zeit vor Ort. Der Besuch des Tierhofes findet ganzjährig statt, natürlich aber auch abhängig von der Witterung. Vor acht Jahren waren unsere Besuche nur von April bis Oktober – dann wurde es ausgedehnt, zumal in Labömitz eine andere Führungsstruktur entstanden ist und gerade in den letzten Jahren der Tierhof großflächig ausgedehnt wurde.
Inzwischen kann man die Anlage schon als Kleinzoo bezeichnen. Das kommt unserer Arbeit mit den Kindern natürlich sehr entgegen. Von Beginn an, ist Jacqueline Deutscher als Erzieherin dabei. Sie erzählt: „Um zum Tierhof zu gelangen, wird der klinikeigene Kleinbus genutzt, der von dem begleitenden Pädagogen gesteuert wird. Natürlich nach entsprechender Einweisung und Belehrung unserer Haustechniker. Die Kinder erleben Grenzsetzung durch die Tiere ohne verbale Unterstützung und das durch Körpersprache der Tiere und ihre Reaktionen. Sie lernen schrittweise ihre Ängste zu überwinden, sich etwas zuzutrauen, aber auch eigene Grenzen zu erkennen und diese zu beachten.“, schwärmt Erzieherin Deutscher.
Der Umgang mit den Tieren hat großen, sichtbaren Einfluss auf das Verhalten der Kinder: einige lernen, sich zurückzunehmen, gelassener und ruhiger zu agieren, andere werden mutiger, selbstwirksamer, selbstsicherer. Dazu hat der Umgang mit den Tieren eine beruhigende Wirkung auf die Kinder. „Es ist schon erstaunlich, wie beispielsweise Heimweh überwunden wird, gerade wenn die Kinder auch bei sich zu Hause Tiere haben.“ Die ständigen Beobachtungen haben gezeigt, dass die wenigsten Patienten dem Tierhofbesuch komplett ablehnend gegenüberstehen. Es wird immer individuell geschaut, wie weit ein Patient bereit ist, auf die Tiere zuzugehen. Auf bestehende Ängste, Allergien wird Rücksicht genommen. Vor allem die Kinder mit Begleitperson besuchen den Tierhof oft nochmals in der Freizeit, helfen teilweise auch dann bei der Hofarbeit mit (z. B. Koppel abäppeln, Ponys und Esel striegeln, Gassi gehen mit Hunden).
In diesem Zusammenhang möchten wir uns bei den Verantwortlichen und Helfern des Tierhofs bedanken. Conny und Andy sind immer begleitend dabei, wenn unsere Besuche in Labömitz sind. Hofchef Lars Petersen: „Auch für unsere vielen Tiere sind die Besuche von MEDIGREIF eine sehr gute Abwechslung. Sie können viel Zuneigung ausstrahlen und den Kindern somit die Angst nehmen, wenn beispielsweise die Esel oder Ponys um Leckerchen betteln.“ Das Fazit aus dieser segensreichen Einrichtung: MEDIGREIF profitiert von der Zusammenarbeit, genau wie der Tierhof Labömitz. Professor Dr. Enderlein fördert den Tierhof immer wieder, Jahr für Jahr.
Jacqueline Deutscher:
- Seit 01.10.2005 im Haus Gothensee als Erzieherin tätig und in allen pädagogischen Bereichen gearbeitet
- Seit 2014 fest in der Psychosomatik, zunächst im Bereich ohne Begleitperson, seit 2018 mit Begleitperson
- Ausbildungen: Erzieherin, Ergothera peutin, Elterntrainer, Trainer für ADS/ ADHS, Diabetesassistentin DDG
- Seit 2016 Bereichsleiter Psychosomatik und seit 01.12.2025 stellv. pädagogische Leitung
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